Uschi

„Ein guter Gesang wischt den Staub vom Herzen.“
(Christoph Lehmann, 1579 – 1639)

oder anders gesagt:

„Musik wäscht die Seele vom Staub des Alltags rein.“
(Berthold Auerbach, 1812-1882)

Nun man könnte sagen, meiner Mutter habe ich es zu verdanken, dass ich diese Seelenreinigung sehr früh erfahren durfte. Denn als meine Mutter zu mir schwanger war und jeden Donnerstagabend zur Chorprobe des Chores der Kärntner in Graz ging – diesen Chor haben meine Eltern Sissy und Claus Repnik vor 4 Jahrzehnten mitgegründet – war ich die gesamte Probe putzmunter und konnte gar nicht anders, als mich zu den Liedern zu bewegen. Das Singen war in meiner Kindheit und Jugend immer präsent, zuerst durch meine Mutter, die mit mir und meinem Bruder viel sang, später dann in der Schule im Schulchor. Der treueste gesangliche Wegbegleiter war aber sicher der Chor der Kärntner in Graz. Ich besuchte mit meinen Eltern jede Veranstaltung und für mich war immer klar, wenn ich mit der Schule fertig bin, gehe ich nach Graz und beginne bei diesem Chor zu singen. Es kam aber ganz anders…

Mein Vater wurde 1991 Obmann der Kärntner in Graz, und der Wunsch wieder zu singen wuchs bei meinen Eltern und anderen ehemaligen Sängern vom Chor der Kärntner in Graz immer mehr. Viele waren beruflich sehr eingespannt, und so entstand ein offenes Singen einmal im Monat unter der Leitung von Barbara Herzog-Drewes. Ich ging damals noch zur Schule, nahm aber beim offenen Singen mit meinen Eltern teil. Das Bedürfnis zu singen war so groß, dass aus dem offenen Singen bald eine Chorprobe am Mittwochabend wurde und der Singkeis der Kärntner in Graz 1995 gegründet wurde.

Nach meiner Matura kam ich dann beruflich nach Graz, und da ich schon beim Singkreis sang, suchte ich mir einen zweiten Chor, in dem keine Kärntnerliteratur gesungen wurde, um mein Repertoire zu erweitern. Was mich immer schon faszinierte war das Kleingruppensingen. 2004 stellte ich dann aus dem Singkreis ein Quartett zusammen, etwa 3 Jahre später ergab sich ein Damenterzett. Man kann sagen, die Geschichte von Quarinthia und Grazett ist auch meine Geschichte. Beim Singkreis der Kärntner in Graz habe ich von 1995 bis Dezember 2013, mit kleinen Unterbrechungen, gesungen. Bei der Kärntner Singgemeinschaft sang ich von Jänner 2013 bis Juli 2015. Thomas und ich fuhren fast jeden Dienstag von Graz nach Wien zu den Probe. Es war eine anstrengende aber eine sehr, sehr schöne Zeit mit tollen Konzerten, schönen Momenten, einem Chorleiter, von dem ich viel lernen durfte und den ich sehr schätze (Ich danke dir dafür, lieber Bernhard!) und Sangeskollegen, die zu Freunden wurden und mir sehr ans Herz gewachsen sind. Ich danke Euch dafür!

Gegenwart und Zukunft ist Quarinthia, Grazett und ein Kärntner Vokalensemble unter der Leitung von Mario Lerchenberger, das gerade im Aufbau begriffen ist. Wie es weitergeht, wird berichtet und bis dahin nicht vergessen, ein guter Gesang wischt den Staub vom Herzen.