Thomas

Meine musikalische Reise begann vermutlich wohl schon in der ersten Hälfte des Jahres 1977, obwohl ich erst in der zweiten das Licht der Welt erblickt habe. Das lag daran, dass meine Eltern selbst schon mit der Musik groß geworden sind, obwohl beide eine ganz unterschiedliche Entwicklung hatten. Während im mütterlichen Elternhaus das Kärntnerlied gepflegt wurde, führte der Weg meines Vaters über das Klavier – zuerst der Unterricht in Klassischer Musik, doch recht bald lieber ohne Noten und auch ohne Klassik. Mein Großvater mütterlicherseits war ein begeisterter Sänger und hat sich um das Kärntnerlied sehr verdient gemacht – zur damaligen Zeit wurde aber noch ausschließlich im Männerchor gesungen. Der Musikgeschmack änderte sich in Richtung Rolling Stones, Beatles und Small Faces und das Klavier wurde durch eine Hammond ersetzt. Jedenfalls führte das alles am Ende dazu, dass beide Eltern im Singkreis Schloß Mageregg nun doch hauptsächlich Kärntnerlieder gesungen haben. Und ich, damals noch nicht einmal im Kindergarten angekommen, bin deshalb mit dieser Musik aufgewachsen, hab sogar laut Erzählungen auf unserem Klavier die Melodien von ganzen Messen, die der Chor meiner Eltern gerade geprobt hatte, nachgespielt.

Aus irgendeinem Grund habe ich es aber doch nie geschafft, das Klavierspielen zu erlernen, da ich von der Blockflöte über die Gitarre dann zwar zur Violine gekommen bin, mir aber kein Instrument die Freude bereiten konnte, die ich mir erhofft hatte. In der Volksschule hatte ich das große Glück, einige Lehrer zu haben, die musikalisch sehr begabt und dem Kärntnerlied verbunden waren. Professor Heinz Türk war mein Lehrer in der dritten und vierten Schulstufe, und der Chorleiter meiner Eltern, Professor Horst Jessenitschnig, war der Lehrer der Parallelklasse. Beide haben selbst Kärntnerlieder geschrieben und haben auch im Unterricht dafür Sorge getragen, dass die Musik – vor allem das Volkslied – einen gewichtigen Teil einnehmen. Letztlich hat auch der Einfluss dieser beiden Personen dazu geführt, dass ich mich schließlich für das Musikgymnasium in Viktring entschieden habe.

Bis ich allerdings selbst das erste Kärntnerlied in einem Kärntnerchor gesungen habe, vergingen noch rund 20 Jahre. Meine ersten Chorerfahrungen machte ich im Volksschulchor und Stadt-Kinderchor Klagenfurt – beide übrigens unter der Leitung einer weiteren Lehrerin an der ÜVS der ehem. Pädak Klagenfurt, Frau Prof. Rieser – sowie anschließend am Musikgymnasium Viktring, das ich allerdings nach der zweiten Schulstufe Richtung Villach verlassen hatte. Erst einige Jahre später kam ich in Graz wieder mit dem Chorgesang in Berührung, als ich im Jahre 2001 dem Chor der akademischen Sängerschaft Gothia beigetreten bin.

Und erst nachdem ich einige Zeit später nach Wien gezogen bin und scheinbar die Entfernung zur Kärntner Heimat dazu geführt hatte, dass ich regelmäßig Kärntnerlieder gehört habe, kam der Wunsch auf, mir einen Chor in Wien zu suchen. Im Herbst 2006 wurde ich dann Mitglied der Kärntner Singgemeinschaft in Wien, und dieser Schritt führte dazu, dass sich sozusagen der Kreis wieder geschlossen hat und ich wieder dorthin gefunden habe, wo ich in meiner Kindheit angefangen habe. Als ich dann im Frühjahr 2011 beruflich nach Graz gekommen bin, ging das mit Quarinthia recht schnell.