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Jahresrückblick 2015

Ja, das Jahr 2015 war für Quarinthia in vielerlei Hinsicht eine aufregende Zeit. Um das Bild abzurunden, sollte man den Beobachtungszeitraum ein wenig ausdehnen, und zwar bis Herbstbeginn 2014, denn da wurde der Grundstein dafür gelegt, dass wir auf ein so bewegtes Jahr zurückblicken dürfen. Der letzte Beitrag in diesem Jahr soll einen Überblick über unsere Auftritte geben, ein paar statistische Eckdaten präsentieren sowie einen Ausblick auf das bevorstehende Jahr bieten.

ValossnNur diejenigen, die unsere Seite schon intensiver durchsucht haben, wissen, wie es dazu gekommen ist, dass wir in dieser Besetzung zusammengefunden haben. Auslösendes Ereignis war eine Anfrage im Zusammenhang mit einem Filmprojekt, die uns über YouTube und Facebook erreicht hat. Eine Aufnahme von Quarinthia aus 2008 – damals eigentlich noch unter dem Namen „Quartett des Singkreises der Kärntner in Graz“ – wurde von Filmproduzenten gefunden und sollte als Hintergrundmusik für eine bestimmte Szene dienen. Eine diesbezügliche Anfrage erreichte uns im August 2014, und gleich war der Entschluss gefasst, eine neue Aufnahme herzustellen und Sabrina Maier, die inzwischen in Klagenfurt lebt, wieder als Alt zu „engagieren“. Aus dieser eigentlich einmaligen Geschichte wurde wider Erwarten viel mehr, als sich die meisten von uns gedacht hätten. Michael Kuglitsch ist übrigens derjenige, der den Kontakt zu uns aufgenommen hat, und der Film, der hier erwähnt wird, heißt „Valossn“ und wird wohl im kommenden Jahr seine Premiere feiern. Wir sind schon seit langer Zeit sehr gespannt und freuen uns darauf!

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Sängerfest der Sängerrunde St. Georgen am Längsee am 25. Juli

Am vergangenen Samstag war Quarinthia Gast beim Sängerfest der Sängerrunde St. Georgen am Längsee. Als Quarinthia im April nach einem Gespräch mit der Chorleiterin der Sängerrunde, Frau Magrit Ramprecht, eingeladen wurde, begann man, sich über die Liedfolge Gedanken zu machen. Da die Abgleichung der Liedvorträge erst kurz vor der Veranstaltung vor Ort erfolgen sollte, war man bemüht, möglichst Stücke zu wählen, die kein anderer Chor singen würde. Der Obmann der Sängerrunde, Herr Ernst Schusser, war im Vorfeld stets sehr bemüht, dieses Sängerfest bis ins kleinste Detail zu planen und für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen. Eine verwandtschaftliche Verbindung zwischen Quarinthia und der Sängerrunde bestand aber schon vorweg: Der Großvater unseres Tenors, Johann Winkler, war im Jahre 1962 einer derjenigen, die für das Wiederentstehen des Vereinslebens in St. Georgen am Längsee mitverantwortlich waren. Johann Winkler bekleidete im ersten Vereinsvorstand nach dem Zweiten Weltkrieg das Amt des Schriftführers. Die Festschrift anlässlich des hundertjährigen Bestehens der Sängerrunde – 1912 bis 2012 – können Sie hier abrufen.

Bevor sich Quarinthia am Samstag auf den Weg zum Längsee machte, stattete es dem Komponisten Walter Kraxner in Klagenfurt einen Besuch ab. Anlass dafür war ein Lied, welches der Kärntner Liedschöpfer dem Ehepaar Uschi & Thomas im Sommer 2014 gewidmet hat und das noch auf seine Uraufführung wartet. In diesem Rahmen wurde es jedenfalls das erste Mal vorgetragen. Die richtige Premiere wird voraussichtlich am 25. September im Rahmen eines großen Benefizkonzertes in Wien über die Bühne gehen. Um 17.00 Uhr wurde in St. Peter bei Taggenbrunn die Unterkunft bezogen und die Stimmen ein wenig aufgewärmt. Dann folgte ein Phototermin. Um 18.30 Uhr gab es mit dem Moderator des Abends, Stiftspfarrer und Rektor des Stifts St. Georgen am Längsee DDr. Christian Stromberger, eine koordinierende Absprache betreffend der Lieder der Gastgruppen. Wir hatten Glück, denn keines unserer geplanten Lieder wurde von einer anderen Gruppe angemeldet, und so konnten wir uns auf den vorbereiteten Ablauf einstellen. Wir hatten dann etwas Zeit, da wir als vorletzte vorgesehen waren. Vor uns war die Singgemeinschaft Wieting mit ihrem Vortrag dran, und wir hatten uns inzwischen aufgestellt und warteten voller Vorfreude – und auch ein bisschen aufgeregt – auf unseren Auftritt. Das Wetter hatte bis zu diesem Zeitpunkt keine großen Sorgen bereitet, doch große dunkle Wolken waren in der Zwischenzeit aufgezogen, und der Wind wurde zunehmend stärker. Als dieser dann das Zeltdach kurz anhob und das Wasser, dass vom Regen zur Mittagszeit übrig war, auf die im Freien nahe des Zeltes sitzenden Gäste verteilte, musste Stiftspfarrer Stromberger, der mit äußerst viel Humor durch das Programm geführt hat, die Gäste unter Hinweis darauf, dass sich der anwesende Feuerwehrkommandant bestens mit Wasser auskenne, beruhigen.

Nun waren wir an der Reihe! Wir starteten mit der Dreiländerschnasn, und wenn wir auch nur je eine Strophe sangen, war doch „Tam kjer teče bistra Zila“ das einzige slowenische Lied an diesem Abend. Es folgten „Schau wie de Wölklan wåndern“ von Georg Waldner und „Hiaz hån i a Diandle“ von Gretl Komposch. Unser viertes Lied benötigte im Vorfeld mehr Vorbereitung als die Stücke davor, und es wurde von uns auch zum ersten Mal vorgetragen. „Da Doo Ron Ron“ ist beim Publikum sehr gut angekommen. Als Zugabe gab es was Steirisches – „Wånn’s stüh wird“. Als Geschenk überreichten uns Chorleiterin Magrit Ramprecht und Obmann Erst Schusser einen vorzüglichen Reindling und einen Apfelschnaps, den wir gleich nach unserem Auftritt verkostet haben. Das ist dann auch der Vorteil, wenn man ein Quartett ist, denn man braucht nur durch vier (bzw. beim Schnaps durch zwei!) zu teilen. Der Himmel hielt sich allerdings nicht an das Motto unseres Abschlussliedes, denn es wurde zunehmend stürmischer. Die letzte Gruppe „Da-8Gsong“ nutzte die verbleibenden Minuten. Als ihr letzter Ton verklungen war setzte heftiger Regen ein und die Besucher stürmten ins Zelt. Nun waren wir froh, dass wir schon an unserem Tisch Platz genommen hatten. Unmittelbare Tischnachbarn waren die Sänger des MGV Weißkirchen in der Steiermark. Gemeinsam stimmten wir die ersten Lieder im Zelt an. Als wir schließlich unseren Heimweg antraten, hatten wir glücklicherweise eine Mitfahrgelegenheit, denn der Regen wollte nicht aufhören.

Vielen Dank an die Sängerrunde St. Georgen am Längsee für die Einladung! Wir wurden herzlichst empfangen und haben uns in Eurem Kreis sehr wohl gefühlt. Es war ein toll organisiertes Sängerfest, bei dem alles geklappt hat – sogar das Wetter. Die Bewirtung war hervorragend, der Grillmeister hat schwer überzeugt und die Moderation sucht ihresgleichen. Darüber hinaus sind wir gleich zu zwei Sängerfesten im Jahr 2016 eingeladen worden – in jeder Beziehung also eine fantastische Veranstaltung!

Weitere Bilder der Veranstaltung finden Sie hier: http://www.fenstergucker.com/?state=01-0&id=12855

Und hier noch einige der Aufnahmen, die wir gemacht haben:

 

 

Herbstkonzert im Dom im Berg

Am vergangenen Samstag, dem 15. November 2014, hat Quarinthia auf Einladung der akademischen Sängerschaft Gothia zu Graz am Herbstkonzert teilgenommen. Das Konzert fand inmitten des Grazer Schloßberges im sogenannten „Dom im Berg“ statt. Neben den Gastgebern, die mit ihrem gemischten Chor das Konzert eröffnet haben und es mit dem Männerchor beschlossen haben, war außer dem Quartett Quarinthia ein gemischter Chor aus der Obersteiermark zu Gast – die „Turnauer Hochsteirer“. Insgesamt wurden dem Publikum des gut besuchten Konzerts 28 Lieder dargeboten. Dabei wurde ein fast schon grandioser Bogen gespannt, reichte doch die Literatur vor der Pause von Brahms und Rheinberger über Dowland, die vom gemischten Chor der Gothia interpretiert wurden erst einmal direkt nach Kärnten. Also eigentlich war beim Gastgeberchor sogar schon ein wenig Kärnten dabei, denn Johannes Brahms liebte unser schönes Heimatland. Man könnte entgegnen, dass das Lied „In stiller Nacht“ weit vor seinem ersten Aufenthalt in Kärnten entstanden ist, aber so genau wollen wir das nicht analysieren. Jedenfalls ist es eine passende Gelegenheit, um einen Auszug der Geschichte von Pörtschach hier wiederzugeben:

Im Juni 1877 kam der Komponist Johannes Brahms in dem kleinen Kärntner Fischerdörfchen an. „Erzählen will ich“, so schreibt er, „daß ich hier in Pörtschach ausstieg, mit der Absicht, den nächsten Tag nach Wien zu fahren. Doch der erste Tag war so schön, daß ich den zweiten durchaus bleiben wollte, der zweite aber so schön, daß ich fürs erste weiter bleibe.“ Er bewohnte zunächst die Hausmeisterwohnung des Schlosses Leonstain, übersiedelte aber im nächsten Sommer in das schräg gegenüberliegende Krainer-Häuschen, das wir heute noch als Haus Rapatz am Westausgang von Pörtschach finden. Er war ein großer Frühaufsteher, der zumeist schon ein Stück im See geschwommen war, ehe er zwischen vier und fünf sein selbst zubereitetes Frühstück einnahm und, nach einem Spaziergang von etwa einer Stunde, um sieben bereits über seiner Arbeit saß, wobei er gerne seine Melodien vor sich hinpfiff. Mittags speiste er gewöhnlich im Gasthof „Zum weißen Rössl“ und saß auch abends gerne hier im Wirtshausgarten, rauchte seine Zigarre, trank einiges und ließ sich von seinen Tischgenossen Anekdoten erzählen und Kärntner Lieder vorsingen. Zudem verkehrte er in den Häusern einiger wohlhabender Familien aus Wien, die hier ihre Villen gebaut hatten, wie z.B. Dr. Karl Kuppelwieser. Jene Werke, die Brahms hier komponierte, fielen besonders hell und heiter aus, so daß sein Freund, der berühmte Chirurg Theodor Billroth, nach dem ersten Anhören seiner 2. Symphonie in die begeisterten Worte ausbrach: „Das ist ja lauter blauer Himmel, Quellenrieseln, Sonnenschein und kühler, grüner Schatten…“.

Wir konzentrierten uns dann tatsächlich ausschließlich auf Werke Kärntner Komponisten. …auch das stimmt nicht ganz, wie der so hervorragend durch das Programm führende Engelbert Staller erkannt hatte, denn eines unserer Lieder entstammt der Feder eines Komponisten aus der Steiermark – „Då drauß’n im Wåld“ von Karl Frodl. Die restlichen sieben Stücke waren aber wirklich rein kärntnerisch und auch getreu dem Motto des Abends sehr herbstlich – Glawischnig/Mittergradnegger, Hopfgartner/Drewes, Inzko und auch Komposch und Preissegger.

Den zweiten Teil eröffneten dann die „Turnauer Hochsteirer“. Der gemischte Chor besteht aus rund 30 Sängern und wurde 2007 gegründet. Auf der Homepage der Turnauer sind sämtliche Lieder aufgezählt, die sie unter der Leitung von Beate Payer, die auch die Gründungschorleiterin ist, erarbeitet haben. Zum heutigen Tag sind das stolze 225 Stück! Ihr sehr abwechslungsreiches Programm begann sehr steirisch mit Lorenz Maierhofer, führte die Zuhörer über Muthspiel und Koringer zu Rainhard Fendrich und über „The Rose“ und Dowlands „Come Again“ schließlich wieder zurück zum Beginn – Hubert von Goiserns „Weit, weit weg“ im Satz von Maierhofer. Besondere Erwähnung soll die Begleitung zweier Lieder mit Klavier bzw. Klavier und Gitarre finden – „Weus d’a Herz host wia a Bergwerk“ und „The Rose“. Hier beweisen die Turnauer Hochsteirer ihre musikalische Vielseitigkeit, wenn ihr Chorleiterstellvertreter Patrick Zündel am Klavier und ein weiterer Chorsänger auf der Gitarre diese beiden Stücke instrumental abrunden.

Schließlich folgen drei Trinklieder aus dem ständigen Repertoire des Männerchores der Gothia, die – so der Moderator des Abends – die Gäste schon auf den Ausklang im Gothensaal einstimmen sollen. Die gemeinsame Zugabe aller Mitwirkenden war dann der „Zottelmarsch“, bevor sich weit über 100 Gäste im Gothensaal zum gemeinsamen Essen, Trinken und noch einiger Lieder einfanden.

Herzlichen Dank für die Einladung und die fantastische Organisation an die Sängerschaft Gothia! Wir freuen uns schon jetzt auf ein weiteres Konzert in dieser Art!

Den Live-Mitschnitt unseres Auftritts gibt es hier zum Nachhören:

Abschlusskonzert des Meisterkurses für Chorsolisten

Am Sonntag, 28. Juli 2013 machten sich um 7.00 Uhr drei der vier Sänger des Quartetts über 700 Kilometer von St. Veit entfernt auf den Weg nach Kärnten, um es noch rechtzeitig zum Abschlusskonzert zu schaffen und davor vielleicht noch die Gelegenheit zu einer Dusche zu haben. Nachdem man mit 6.00 Uhr Tagwache schon einmal einen wichtigen Teil erledigt hatte und wir schließlich um 7.00 Uhr starten konnten, ahnten wir noch nicht, dass uns die Verkehrssituation noch einen Strich durch die Rechnung machen würde…doch leider kam es tatsächlich so. Am Ende waren es gute 10 Stunden, die wir für diese Reise benötigten. Zum Konzert kamen wir rechtzeitig, und so konnten wir nach den vier Sololiedern – nun wieder vereint als Quarinthia – auch ein Lied gemeinsam vortragen: „Waht da Wind üban See“.