90 Jahre MGV Gamsveigerl Miesenbach

Am vergangenen Sonntag, 26. Juni 2016, war Quarinthia anlässlich des 90-jährigen Bestehens des MGV Gamsveigerl zu Gast in Miesenbach. Die Einladung dazu erfolgte bereits im Herbst 2015, als wir im Rahmen eines Benefizkonzertes in Wien erstmals aufeinandertrafen. Unsere Zusage erfolgte prompt, ohne dabei den genauen Termin zu kennen. Die Sänger des MGV Gamsveigerl stellten es aber auch äußerst geschickt an, denn sie bezirzten unsere beiden Damen. Und die waren aufgrund der charmanten Vorgehensweise der Gamsveigerln dann recht schnell davon überzeugt, dass ein Besuch in Miesenbach unbedingt in die Jahresplanung von Quarinthia gehörte.

Gemeinsamer Ausgangspunkt für unsere Reise nach Miesenbach war allerdings nicht Graz, sondern Fehring in der Steiermark. Dort fand nämlich am Tag davor ein großes Sängerfest – das 7. Vulkanlandfestival – statt. Mehr als 50 Chöre waren ab 15.00 Uhr auf sechs Bühnen rund um den Hauptplatz von Fehring im „Einsatz“ – und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Temperaturen erreichten an diesem Samstag Spitzenwerte. Zwei von uns waren auch aktiv im Einsatz, als der Singkreis der Kärntner in Graz seinen ersten Auftritt mit seiner neuen Chorleiterin Nikola Gschwendner über die Bühne brachte. Rechtzeitig zu Beginn des Auftrittes war auch Quarinthia vollzählig vor Ort, und so konnten wir im Anschluss bei einem gemütlichen Beisammensein vor unserer Abreise nach Niederösterreich noch ein paar Lieder anstimmen.

Zwischenzeitig mussten wir auch noch eine kleine Panne im Zusammenhang mit unserer Unterkunft beheben, denn seit Tagen war eine Kontaktaufnahme mit der ursprünglich angedachten Herberge nicht mehr möglich. An dieser Stelle sei dem Obmann des MGV Gamsveigerl, Albert Postl, noch einmal sehr herzlich gedankt, dass er so kurzfristig noch drei Zimmer für uns im Börsenhof organisieren konnte. Ein Anruf bei ihm genügte, und wenige Minuten später erhielten wir telefonisch seine Bestätigung.

 

Börsenhof in MiesenbachPünktlich zum Aufbruch kurz vor 19.00 Uhr kam dann auch ein Wolkenbruch dazu. Die Fahrt war streckenweise recht mühsam, da der starke Regen und die schlechte Sicht auf der A2 die Autos teilweise ins Schritttempo gezwungen hat. Ab dem Wechsel strahlte aber wieder die Sonne, und so konnten wir mit kleiner Verspätung den Börsenhof erreichen, wo wir von Obmann Albert Postl und Chorleiter Engelbert Schönthaller herzlichst begrüßt wurden. In dieser netten Runde – auch einige Sänger aus Salzburg waren schon angereist – haben wir erst mal den größten Durst bekämpft und auch auf Empfehlung der ortskundigen Miesenbacher Sänger die Küche getestet – Note: ausgezeichnet! Im Anschluss daran nützen wir die Infrastruktur des Seminarhotels, um uns musikalisch auf den nächsten Tag einzustimmen.

Kaiserin-Elisabeth-Gedächtniskirche am Schneeberg

Die Tagwache wurde mit 7.00 Uhr angesetzt, denn um 10.00 Uhr sollten wir die Messe in der etwa zweieinhalb Kilometer entfernten Pfarrkirche in Scheuchenstein mitgestalten. Um 9.00 Uhr trafen wir in Scheuchenstein ein und nützen die Gelegenheit, unsere Stücke für die Messe in der Kirche anzusingen. Die Aussicht war fantastisch, das Wetter war perfekt und im Hintergrund sah man den Hochschneeberg mit der Elisabethkirche.

Nächster Punkt: Suche nach Kaffee. Am nahe gelegenen Festplatz, wo am Nachmittag auch das Sängerfest stattfinden sollte, wurden wir fündig – wir fanden Kaffee und den MGV Gamsveigerl sowie noch zahlreiche Helfer, die dem Stadl für die angesagten 600-700 Gäste noch den letzten Schliff gaben. Kurz vor Beginn der Messe trafen noch ein paar unserer Schlachtenbummler ein, mit denen wir wieder Richtung Kirche marschierten. Neben dem MGV Gamsveigerl und Quarinthia gestalteten weiters der Singkreis Hochpustertal aus der Gegend um Sillian und das Salzburger Männerquintett die Messe mit.

MGV GamsveigerlIm Anschluss an die Messe fand am Festplatz der Frühschoppen statt, der von der hervorragenden Trachtenkapelle Miesenbach musikalisch gestaltet wurde. Um 14.00 Uhr sollte dann das Sängerfest beginnen, was aber aufgrund zahlreicher Laudatoren im Rahmen der Ehrungen nicht ganz gelingen sollte. Um 15.00 Uhr war es schließlich so weit, und Quarinthia durfte gleich nach dem Gastgeber auf die Bühne. 17 Gruppen waren es insgesamt, und einige – so auch wir – waren noch ein zweites Mal an der Reihe. Besonders gefreut haben wir uns, dass auch der Kärntner Viergesang mit dabei war und wir aufgrund der Verspätung viel Zeit hatten, uns auszutauschen und Erfahrung zu sammeln. Ihre gesanglichen Darbietungen waren wie gewohnt von höchster Qualität! Ich glaube, die Kärntner haben insgesamt in Scheuchenstein und in Miesenbach einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Die Veranstaltung dauerte – offiziell zumindest – bis etwa 19.30 Uhr, und kurz vor 20.30 Uhr waren die letzten Teile von Quarinthia mit dem Abschiednehmen fertig, denn ein bisschen was wurde natürlich noch gemeinsam gesungen. Die „Mölltålleitn“ war dann aber ein schöner und passender Abschluss!

Liebe Gamsveigerln, wir haben uns sehr gefreut, Euer Gast gewesen zu sein. Ihr habt uns so herzlich aufgenommen, wie man es nicht häufig erleben darf, und mit Sicherheit werden wir noch viele Male gemeinsam singen!