Herbstkonzert im Dom im Berg

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Am vergangenen Samstag, dem 15. November 2014, hat Quarinthia auf Einladung der akademischen Sängerschaft Gothia zu Graz am Herbstkonzert teilgenommen. Das Konzert fand inmitten des Grazer Schloßberges im sogenannten „Dom im Berg“ statt. Neben den Gastgebern, die mit ihrem gemischten Chor das Konzert eröffnet haben und es mit dem Männerchor beschlossen haben, war außer dem Quartett Quarinthia ein gemischter Chor aus der Obersteiermark zu Gast – die „Turnauer Hochsteirer“. Insgesamt wurden dem Publikum des gut besuchten Konzerts 28 Lieder dargeboten. Dabei wurde ein fast schon grandioser Bogen gespannt, reichte doch die Literatur vor der Pause von Brahms und Rheinberger über Dowland, die vom gemischten Chor der Gothia interpretiert wurden erst einmal direkt nach Kärnten. Also eigentlich war beim Gastgeberchor sogar schon ein wenig Kärnten dabei, denn Johannes Brahms liebte unser schönes Heimatland. Man könnte entgegnen, dass das Lied „In stiller Nacht“ weit vor seinem ersten Aufenthalt in Kärnten entstanden ist, aber so genau wollen wir das nicht analysieren. Jedenfalls ist es eine passende Gelegenheit, um einen Auszug der Geschichte von Pörtschach hier wiederzugeben:

Im Juni 1877 kam der Komponist Johannes Brahms in dem kleinen Kärntner Fischerdörfchen an. „Erzählen will ich“, so schreibt er, „daß ich hier in Pörtschach ausstieg, mit der Absicht, den nächsten Tag nach Wien zu fahren. Doch der erste Tag war so schön, daß ich den zweiten durchaus bleiben wollte, der zweite aber so schön, daß ich fürs erste weiter bleibe.“ Er bewohnte zunächst die Hausmeisterwohnung des Schlosses Leonstain, übersiedelte aber im nächsten Sommer in das schräg gegenüberliegende Krainer-Häuschen, das wir heute noch als Haus Rapatz am Westausgang von Pörtschach finden. Er war ein großer Frühaufsteher, der zumeist schon ein Stück im See geschwommen war, ehe er zwischen vier und fünf sein selbst zubereitetes Frühstück einnahm und, nach einem Spaziergang von etwa einer Stunde, um sieben bereits über seiner Arbeit saß, wobei er gerne seine Melodien vor sich hinpfiff. Mittags speiste er gewöhnlich im Gasthof „Zum weißen Rössl“ und saß auch abends gerne hier im Wirtshausgarten, rauchte seine Zigarre, trank einiges und ließ sich von seinen Tischgenossen Anekdoten erzählen und Kärntner Lieder vorsingen. Zudem verkehrte er in den Häusern einiger wohlhabender Familien aus Wien, die hier ihre Villen gebaut hatten, wie z.B. Dr. Karl Kuppelwieser. Jene Werke, die Brahms hier komponierte, fielen besonders hell und heiter aus, so daß sein Freund, der berühmte Chirurg Theodor Billroth, nach dem ersten Anhören seiner 2. Symphonie in die begeisterten Worte ausbrach: „Das ist ja lauter blauer Himmel, Quellenrieseln, Sonnenschein und kühler, grüner Schatten…“.

Wir konzentrierten uns dann tatsächlich ausschließlich auf Werke Kärntner Komponisten. …auch das stimmt nicht ganz, wie der so hervorragend durch das Programm führende Engelbert Staller erkannt hatte, denn eines unserer Lieder entstammt der Feder eines Komponisten aus der Steiermark – „Då drauß’n im Wåld“ von Karl Frodl. Die restlichen sieben Stücke waren aber wirklich rein kärntnerisch und auch getreu dem Motto des Abends sehr herbstlich – Glawischnig/Mittergradnegger, Hopfgartner/Drewes, Inzko und auch Komposch und Preissegger.

Den zweiten Teil eröffneten dann die „Turnauer Hochsteirer“. Der gemischte Chor besteht aus rund 30 Sängern und wurde 2007 gegründet. Auf der Homepage der Turnauer sind sämtliche Lieder aufgezählt, die sie unter der Leitung von Beate Payer, die auch die Gründungschorleiterin ist, erarbeitet haben. Zum heutigen Tag sind das stolze 225 Stück! Ihr sehr abwechslungsreiches Programm begann sehr steirisch mit Lorenz Maierhofer, führte die Zuhörer über Muthspiel und Koringer zu Rainhard Fendrich und über „The Rose“ und Dowlands „Come Again“ schließlich wieder zurück zum Beginn – Hubert von Goiserns „Weit, weit weg“ im Satz von Maierhofer. Besondere Erwähnung soll die Begleitung zweier Lieder mit Klavier bzw. Klavier und Gitarre finden – „Weus d’a Herz host wia a Bergwerk“ und „The Rose“. Hier beweisen die Turnauer Hochsteirer ihre musikalische Vielseitigkeit, wenn ihr Chorleiterstellvertreter Patrick Zündel am Klavier und ein weiterer Chorsänger auf der Gitarre diese beiden Stücke instrumental abrunden.

Schließlich folgen drei Trinklieder aus dem ständigen Repertoire des Männerchores der Gothia, die – so der Moderator des Abends – die Gäste schon auf den Ausklang im Gothensaal einstimmen sollen. Die gemeinsame Zugabe aller Mitwirkenden war dann der „Zottelmarsch“, bevor sich weit über 100 Gäste im Gothensaal zum gemeinsamen Essen, Trinken und noch einiger Lieder einfanden.

Herzlichen Dank für die Einladung und die fantastische Organisation an die Sängerschaft Gothia! Wir freuen uns schon jetzt auf ein weiteres Konzert in dieser Art!

Den Live-Mitschnitt unseres Auftritts gibt es hier zum Nachhören: